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35 Millionen Euro Investition in Betrieb genommen
17. January 2008
Modernste Beschichtungsanlage der Welt für Haftmaterial / Weitere Ausbaustufe für 10 Mio. Euro angekündigt / Einzigartiger Mehrschicht-Curtain Coater / Komplettes Produktionssystem ohne manuelle Transportwege
Per Knopfdruck von (fast) null auf 1.100 Meter pro Minute in wenigen Sekunden: Gemeinsam mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther H. Oettinger hat HERMA jetzt am Standort Filderstadt die weltweit modernste Beschichtungsanlage für Haftmaterial feierlich in Betrieb genommen. Das auf Selbstklebetechnik spezialisierte Unternehmen hat dafür in der ersten Ausbaustufe rund 35 Mio. Euro investiert. Die Bauzeit betrug 14 Monate. Es handelt sich um das größte Einzelprojekt in der 102-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Entscheidung für die nächste Ausbaustufe des Standortes ist bereits gefallen. Die HERMA Geschäftsführer Sven Schneller und Dr. Thomas Baumgärtner kündigten anlässlich der Inbetriebnahme an, auch den neuen Schneide- und Verpackungsbereich in Filderstadt zu errichten. Der Bauantrag für den Gebäudeanbau sei bereits gestellt, mit einem Baubeginn rechne man 2009. In dieser zweiten Ausbaustufe investiert HERMA noch einmal etwa 10 Mio. Euro. Insgesamt ent-stehen damit rund 60 bis 70 neue Arbeitsplätze in Entwicklung, Produktion, Anwendungstechnik und Vertrieb. Auf der neuen Anlage fertigt das Unternehmen Haftmaterial auf Rollen. Daraus werden Etiketten produziert – sowohl im eigenen Haus als auch bei Abnehmern von dritter Seite. Modernste Steuerungstechnologie Im Bereich der Haftmaterialfertigung hatte HERMA bereits in der Vergangenheit eine technologieführende Position inne. Mit der neuen Anlage untermauert das Unternehmen die Rolle eines Pioniers. So ist HERMA jetzt das erste Unternehmen der Branche, das mit einem Mehrschicht-Curtain Coater produziert: Die Düse, aus der der Kleber als ein feiner Vorhang („Curtain“) senkrecht auf das zu beschichtende Medium fällt, kann mehrere Klebstoffschichten gleichzeitig auftragen. „Das ermöglicht uns, noch besser Haftmaterial für spezielle Anwendungen zu entwickeln und völlig neue Einsatzgebiete für Etiketten zu erschließen“, betonte HERMA Geschäftsführer Dr. Thomas Baumgärtner, der auch den am schnellsten wachsenden Geschäftsbereich Haftmaterial leitet. Neueste Steuerungstechnik erlaubt es darüber hinaus, sämtliche Prozessparameter abzuspeichern. Jedes einmal gefertigte Produkt lässt sich auf Knopfdruck schnell und exakt immer wieder reproduzieren. Die dazu notwendigen Einstellungen übernimmt die Anlage selbst. Die Beschichtungsgeschwindigkeit liegt mit 1.100 bis 1.200 Meter pro Minute bereits deutlich über der bestehenden Anlage, die auf maximal 800 Meter pro Minute ausgelegt ist. Langfristig stehen weitere Geschwindigkeitserhöhungen im Plan. Der Bau der Anlage war notwendig geworden, da die bestehenden Kapazitäten nahezu komplett ausgelastet waren. „Der Geschäftsbereich Haftmaterial ist schon in den letzen zehn Jahren jeweils zweistellig und damit deutlich stärker als der Markt gewachsen“, sagte Baumgärtner. „Wir wollen auch mit der neuen Anlage jährlich um 15 Prozent zulegen.“ Die Basis dafür schaffe sowohl die weiter forcierte Internationalisierung als auch der Ausbau des Produktprogramms. Denn neben den erfolgreichen Pa-pierqualitäten spielen Folienmaterialien eine immer wichtigere Rolle. Effizient in Filderstadt „Diese Investition am Standort Deutschland rechnet sich vor allem auch deshalb, da es sich nicht allein um eine innovative Beschichtungsanlage handelt, sondern um ein komplettes, hocheffizientes Produktionssystem, das in unserer Branche einzigartig ist“, führte Baumgärtner aus. Der gesamte Materiafluss basiert auf dem Konzept der kürzesten Wege. Die Beschichtungsanlage sowie das 28 Meter hohe Zwischenlager für Rohmaterialien und Fertigprodukte bilden dazu quasi eine Einheit. Manuelle Transport-wege für die bis zu fünf Tonnen schweren und zwei Meter breiten Rollen entfallen komplett. Das Zwischenlager bestückt die Maschine direkt mit Rohmaterial und nimmt die beschichteten Rollen mit Haftmaterial wieder ab. Die Gesamtkapazität der HERMA Anlagen wächst – von jetzt 300 Mio. Quadratmeter auf 750 Mio. Quadratmeter Haftmaterial. „Wichtig ist der Gewinn an Effizienz und Produktivität: Der Pro-Kopf-Ausstoß verdoppelt sich gegenüber der bestehenden Anlagen“, betonte Baumgärtner. Nach Prüfung anderer möglicher Standorte – auch in Asien – hatte sich HERMA bewusst für Filderstadt entschieden. „Synergieeffekte mit bestehenden Anlagen, die für den Einsatz modernster Fertigungstechnologien notwendige hochqualifizierte Belegschaft sowie der hohe Anteil der Rohstoffe an den Gesamtkosten haben den Aus-schlag gegeben“, erläuterte HERMA Geschäftsführer Sven Schneller. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther H. Oettinger zeigte sich beeindruckt von dem Funktionsprinzip der neuen Anlage. „Es sind mittelständische Unternehmen wie HERMA, die das Herz unserer Wirtschaft ausmachen. Sie zeigen, dass Wett-bewerbsfähigkeit nicht heißt, um jeden Preis billiger zu sein. Sondern dass es darum geht, in dem Maße besser und effizienter zu produzieren als wir in manchen Bereichen teurer sind.“ Filderstadts Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass effizientes Produzieren auch der Umwelt zugute kommt. So sei HERMA das erste Unternehmen der Branche, das Wärmerückgewinnung einsetzt, um den Energiebedarf für die Trockner deutlich zu senken. Branchenweit einmalig sei auch die enge Vernetzung von Lager- und Fördertechnik mit der Beschichtungsanlage. „So kommt HERMA mit lediglich 50 Prozent der Fläche aus, die sonst üblicherweise bei derartigen Anlagen benötigt werden.“ HERMA im Kurzprofil Die HERMA GmbH mit Hauptsitz in Stuttgart ist ein führender europäischer Spezialist für Selbstklebetechnik. Die Unternehmensgruppe erzielte im Geschäftsjahr 2006 in den drei Geschäftsbereichen Haftmaterial, Etiketten und Maschinen mit rund 800 Mitarbeitern in drei Produktionsstätten im Großraum Stuttgart einen Umsatz von 200,0 Mio. €. Der Exportanteil lag bei über rund 53 %. Technische Daten neues Beschichtungswerk Maschinenlänge: 100 m
Maschinengewicht: 700 t
Beschichtungsgeschwindigkeit: 1.100-1.200 m/min (später auch mehr)
Rollenbreite: 2 m
Rollengewicht: bis zu 5.000 kg
Gebäudelänge: 112 m
Gebäudehöhe: 28 m
Gebäudebreite: 28 m
Kapazität neues Zwischenlager: 1.150 Papierrollen oder 3.700 Paletten
Maximales Lagergewicht: 5.750 t
Umbauter Raum: 67.500 kbm
Klebstofftanks: 10 x 20.000 l („Reichweite“ ca. fünf Tage)
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